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Traum

Josephin S
25. Feb. 2021
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. März 2021

Ich träume von Cabriofahrten bei 28 Grad, nächtlichen Spontaneitäten zum Hafen, Sex am Elbstrand und Gesprächen so tief wie die Nacht selbst. Ich träume von Roadtrips bis ans Ende der Welt, ohne Ziel, einfach der Nase nach. Die warme Luft treibt uns an. Die lauen Sommerabende an den Landungsbrücken, in weiter Ferne spielen Straßenmusiker und erfüllen die sich langsam abkühlende Luft mit Liebe und dem Gefühl von Zusammensein. Gutes Essen und Rosen, die sich an uralten Mauern hinauf ranken. Warmer Asphalt unter meinen nackten Füßen, lachende Gesichter kommen mir entgegen. Keine Sorgen, nur Sonne. Nur dieses wundervolle Gefühl in der Brust. Das Gefühl der Freiheit.

Ich wache auf und merke, wie sehr ich all das vermisse. Wie sehr ich mir diese Dinge doch zurückwünsche. Ich vermisse den Sommer, die Wärme, die Freiheit und das Lebensgefühl. Meine Kleider warten in meinem Schrank darauf, endlich wieder getragen zu werden und ich warte darauf, endlich wieder im Bikini am Strand zu liegen und in die Ostsee zu springen.

Man will immer das, was man gerade nicht hat. Das ist ein Muster, welches sich durch das gesamte Jahr hindurch zieht. Und wenn es dann da ist, weiß man es oft gar nicht wirklich zu schätzen. Erst, wenn es fort ist, merkt man, wie kostbar diese Dinge sind und wie sehr einen die Abwesenheit quält. Aber genau da muss man sich doch fragen, ob es das ist, wie man leben möchte. Man kann den ganzen Tag in Träumen versinken von den Tagen, an denen die Sonne wieder lacht. Oder man sieht sich selbst im Hier und Jetzt, übernimmt Verantwortung für das eigene Handeln, die eigene Situation und beginnt, sich zu fragen, sich ehrlich zu fragen: Was will ich jetzt? Was würde mir jetzt gut tun? Wozu bin ich im Stande zu tun, damit ich mich erfüllt fühle? Und was möchte ich jetzt gerade nicht?

Es ist alles in dir, du musst es nur zulassen und hinsehen.

Und trotzdem ist es okay, zu träumen. Es ist okay, an dunklen Tagen von den Hellen zu zehren und darauf zu hoffen, dass es bald wieder so ist. Aber es darf nicht die Realität, unsere Gegenwart überdecken. Es darf nicht dazu führen, dass wir selbst nicht mehr hinsehen und uns in der Zukunft oder Vergangenheit verlieren. Denn das einzige, was du wirklich beeinflussen kannst, ist das Heute. Das Jetzt. Nicht morgen und nicht gestern. Nur jetzt. Dein gegenwärtiges Handeln, deine momentanen Entscheidungen, deine aktuellen Gefühle und Gedanken sind das einzige, was du beeinflussen kannst - und musst. Denn niemand außer dir selbst kann das.

Du bist nicht hier, um in irgendein Raster zu passen. Niemand ist das. Die Dinge, die als erstrebenswert gelten, sind gesellschaftliche Bilder, die den Druck erzeugen, genau dort zu landen. Aber niemand von uns muss das. Niemand muss in irgendeine Position passen, sich nirgendwo reinzwängen. Wir alle haben die Möglichkeit, selbst zu wählen. Wer wir sein wollen, wo wir sein wollen und vor allem was wir sein wollen. Wie wir die Dinge um uns herum wahrnehmen und analysieren ist allein unsere Entscheidung. Also lasst uns aufhören, immer die Verantwortung ins Außen abzugeben und beginnen, sie für uns selbst zu tragen. Zu hinterfragen - uns selbst und die Dinge, die uns widerfahren. Denn das ist doch eigentlich das einzige, was individuell wirklich für uns zählt und das einzige, das wirklich etwas verändern kann.


 
 
 

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