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Manchmal

Josephin S
21. Jan. 2021
2 Min. Lesezeit

Und manchmal bröckelt die Fassade. Manchmal macht man sich selbst etwas vor, ohne es zu merken. Macht sich vor, man würde ein glückliches Leben führen und mit sich selbst im Reinen sein. Aber dann, wenn alles still ist. Dann, wenn die Tränen die Wangen runter rinnen, ohne, dass man überhaupt bewusst angefangen hat zu weinen. Dann merkt man erst, wie kaputt man eigentlich ist. Dass man nicht immer nur stark sein kann. Dass es okay ist, Schwäche zu zeigen. Dass uns das wohl menschlich macht. Uns nahbar macht.

Wir lassen unser Schutzschild sinken und ergeben uns. Ergeben uns vor dem unendlichen und unermüdlichen Druck und den Erwartungen, die auf uns lasten. Warum geben wir uns dem so sehr hin? Warum lassen wir andere so sehr beeinflussen, wie es uns geht? Warum können wir uns nicht einfach selbst genügen? Das würde so vieles so viel einfacher machen.

Manchmal ist da einfach keine Energie. Der Pegel sinkt und du brichst in dir zusammen. Die Blicke sind nicht mehr auf dich gerichtet und das ist der Moment, in dem dir klar wird, wie wenig Kraft du nur noch hast. Und dich wieder einmal fragst, wofür du das eigentlich alles machst.

Manchmal habe ich eine Antwort darauf.

Manchmal aber auch nicht. Und das sind die Phasen, in denen ich mich selbst dazu zwingen muss, weiter zu machen. Mir meine eigenen kleinen Ziele zu setzen und Stolz zu empfinden, wenn ich diese erreiche. Oder aber zu resignieren und sich selbst einzugestehen, dass man von all dem eine Pause braucht.

Manchmal mache ich mir zu viel Druck. Ich will immer alles wissen, auf alles eine Antwort haben und immer die Starke, Schlagfertige sein, die ich aber nicht immer bin. Die bin ich nur, wenn ich in meiner Energie bin. Aber diese Energie kommt und geht. Sie ist nicht konstant.

Manchmal kann ich Dinge einfach genießen. Aber manchmal macht mich der Entzug dieser Dinge dann doppelt so fertig und ich habe Angst. Will ich etwas, dessen Verlust ich nicht ertragen kann? Ist es das am Ende Wert? Verletzt wird man doch sowieso, egal, in welchem Zusammenhang. Überwiegen die positiven Erfahrungen gegenüber den Schmerzen? Überwiegen die Dinge, die ich daraus lerne meine Angst?

Manchmal bin ich es satt, von so vielen Dingen abhängig zu sein. Wir sollten uns vielleicht manchmal vor Augen führen, von was wir eigentlich alles abhängig sind. Das fängt bei den kleinsten Dingen an und hört bei größeren auf. Geld, Gegenstände, Mobilität, Menschen, Tiere. Es gibt so unfassbar viele Abhängigkeiten und wir lassen uns von diesen Dingen unser Leben bestimmen. Dabei ist es doch so einfach. Was braucht man schon zum Leben? Was braucht man denn wirklich zum glücklich sein?

Manchmal weiß ich das, viel zu oft aber noch nicht.

Manchmal ist mir das alles hier so fremd, nichts fühlt sich heimisch an. Dann zweifle ich alles an und frage mich, was ich hier eigentlich mache und, dass mein Herz doch für etwas ganz anderes brennt.

Und manchmal wünsche ich mir nur eins: Etwas, das mir sagt, dass sich all das hier am Ende lohnt.

 
 
 

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