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Expectations

Josephin S
6. Feb. 2021
3 Min. Lesezeit

Erwartungen. Was genau ist das eigentlich? Egal, was wir tun, wir haben immer eine gewisse Erwartung an diese Dinge. Manchmal wird sie erfüllt, in den meisten Fällen aber nicht. Und in diesen Momenten spüren wir Enttäuschung.

Wenn man sich mal vor Augen führt, wozu Erwartungen eigentlich gut sind, stellt man fest, wie sinnlos sie eigentlich sind. Dass sie doch eigentlich dazu verdammt sind, nicht erfüllt zu werden. Und das gibt negative Gefühle. Aber trotzdem sind sie immer da, wir erwarten immer etwas.

Wenn man mal beginnt, so weit es geht, seine Erwartungen zu minimieren. Dingen ohne Erwartungen entgegenzutreten. Dann kann man höchstens positiv überrascht, aber nicht enttäuscht werden. Und man bemerkt, wie gut das tut. Erwartungen an sich selbst, an andere, an bestimmte Dinge. Sie sind sinnlos. Sie setzen uns unter Druck und bringen nichts weiter als negative Gedanken.

Ohne Erwartungen an Dinge heranzugehen bringt so viel Freiheit mit sich. Freiheit, weil man nichts hat, das man erfüllen muss. Man zieht einfach das für sich selbst heraus, was einem gut tut. Was einen weiter bringt, zum Nachdenken anregt, gute Gefühle verursacht oder sogar an die eigenen Grenzen bringt.

„Get into the habit to asking yourself: Does this support the life I’m trying to create?“. Sind das die Dinge, die ich in meinem Leben möchte? Sind das Gedanken, die mir gut tun? Was geben mir die Menschen um mich herum? Bringt mich diese Lebensweise voran? Was genau möchte ich wirklich von meinem Leben. Nicht, weil das andere so tun oder es von mir erwarten - sondern, weil ich selbst es wirklich möchte. Weil es mir gut tut, wirklich gut tut.

Der Mensch denkt in Rastern, in Schubladen. Wir sehen etwas und sortieren es sofort ein. Manchmal ist das wichtig und auch nützlich. Aber oft nimmt genau das uns die Chance, die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Aus anderen Perspektiven zu betrachten und damit neue Erfahrungen zu sammeln. Es ist nicht immer alles schwarz/weiß. Die Welt ist voller Graustufen, aber wenn wir uns von vornherein die Möglichkeit nehmen, diese wahrzunehmen, verbauen wir uns so vieles. Es gibt kein entweder/oder. Es gibt immer ein Dazwischen. Aber wir stigmatisieren, verurteilen und stecken und Schubladen. Und damit sehen wir so wenig hin, dass es uns gar nicht auffällt.

Was erwarten wir uns eigentlich von Erwartungen? Was genau geben sie uns? Vielleicht Ansporn und Motivation. Erwartungen an sich selbst können natürlich motivierend sein. Aber können wir nicht auch Ehrgeiz und Ansporn empfinden und aus bestimmten Dingen ziehen, ohne, dass wir konkrete Erwartungen haben? Ich denke hier geht es um den Unterschied zwischen kurz- und langfristigen Zielen. Wenn wir uns langfristig das Ziel setzen, etwas bestimmtes bis zu einem bestimmten Monat zu erreichen, ist das in einem gewissen Sinne auch eine Erwartung. Aber sie gibt uns eher Ansporn anstatt von Enttäuschungen. Kurzfristige Erwartungen geben direktes Feedback und damit schneller das Gefühl von Enttäuschung.


Wir gehen immer mit einer groben Vorstellung an Dinge heran und merken dabei gar nicht, dass wir dadurch immer bestimmte Fokusse setzen. Wir sehen nur in bestimmte Richtungen, sehen nur das, was wir auch sehen wollen. Aber wenn wir keine Erwartungen haben, einfach mal ohne Vorurteile an etwas heran gehen - dann können wir doch nur positiv überrascht werden. Weil wir nichts erfüllen müssen. Weil wir einfach mal auf uns zukommen lassen können.

Erwartungen zu haben bedeutet ein stückweit auch, dass man das Außen dafür verantwortlich macht, einem gute Gefühle zu geben. Und wenn genau das nicht eintritt, sind wir enttäuscht. Also warum nicht einfach mal lassen. Geschehen lassen. Passieren lassen.



 
 
 

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