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Blind spot

Josephin S
16. Mai 2022
1 Min. Lesezeit

Wenn alles so farbenfroh scheint, glücklich und hell. Alles so sehr glänzt an der Oberfläche. So, dass kein Mensch je auf die Idee kommen würde, es gäbe dunkle Seiten. Kein Gedanke daran verschwendet wird, es könnte je etwas anderes als Glück geben. Und doch, wenn man über diese Fassade sieht, erkennt man es. Klar und deutlich: ein tiefschwarzer Fleck mitten in all diesen schönen Dingen. Die bedrohlich pechschwarze Farbe zieht einem buchstäblich die Energie aus den Adern. Umgeben von dunklem Rauch scheint es alles und jeden in seiner Nähe zu verschlucken und einzunehmen.


Doch geht man näher ran – kommt dichter zu dem furchteinflößenden Lebewesen – dann kommt es einem Scheinriesen gleich. Pustet man die dunklen Schwaden weg, kommt ein hilfloses Wesen zum Vorschein. Es schaut aus großen Augen und je näher du kommst, desto weniger gefährlich wird es. Je mehr du dich mit ihm beschäftigst – es ansiehst und schließlich in den Arm nimmst. Ihm die Aufmerksamkeit gibst, nach der es sich so verzehrt – desto weniger Böses möchte es dir. Dann sieht es dich an und fragt dich, warum du all die Zeit wie von Sinnen vor ihm davon gelaufen bist. Warum du nie auch nur einen Moment inne gehalten, wirklich hingesehen und erkannt hast, dass es so bedrohlich doch nicht ist. Und, dass es doch nur eines möchte: gesehen und umsorgt werden.





 
 
 

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